REISENOTIZEN 29.04.-10.05.2023 – Unsere erste größere Hymi-Tour
Vorbemerkungen
D-Purple hat die Idee geboren, ein Akustikset ins Repertoire aufzunehmen. Diese Idee hat Frank mit seinem Wunsch nach einem „Musiker-Camp“ zusammengebracht und so ist die Idee für einen gemeinsamen Aufenthalt in Bamberg entstanden, um zu testen, ob sich manche Stücke für eine Akustik-Interpretation eignen und – mindestens genau so wichtig – einen Besuch bei Thomann einzuplanen. Natürlich war klar, dass Karin und Frank sowie wir mit dem WoMo fahren werden. Frank kümmerte sich sodann um die Reservierung des Platzes auf der Campinginsel Bamberg und Guido um eine Ferienwohnung für sich und Sigi.
Im Nachgang von diesen Planungen kam ein weiteres Ziel hinzu: Lago Maggiore. Im Zuge meines Projektes „MKM-Ausstellung“ kam der Wunsch nach einem Beitrag von Graf Dürckheim für den Ausstellungskatalog. Eugénie fragte ihren Vater, der zu einem Interview bereit war, aber mit der Bedingung verbunden, dass ich es persönlich bei ihm vor Ort führen sollte. Zudem war sein Terminwunsch Anfang Mai und schon war unsere Reiseverlängerung Richtung Süden geboren. Schnell kümmerte ich mich um einen Campingplatz in der Nähe seines Wohnortes Via Valmara 25 in Brissago und natürlich mit Seeanbindung 😉.
Und los geht’s!
SA 29.04.
- Abfahrt 13:15 h mit Ziel Bacharach, Camping Sonnenstrand
- 2 h vor Ankunft telefonische Auskunft: es sind noch 6 Campingplätze frei, der Stellplatz ist schon ausgebucht, aber in 2 h sollte noch was frei sein; Reservierungen werden nicht angenommen
- 16 h vor Ort: kein Platz mehr; wir fahren entspannt weiter
- Die ADAC-APP zeigt einen Stellplatz in Trechtingshausen – Marienort; die Anfahrt ist sehr eng und über einen Wirtschaftsweg, aber gut ausgeschildert; wir bekommen noch einen Stellplatz mit Strom auf einer Wiese direkt am Rhein – gefällt uns
- Der Platz liegt sehr gut, ist aber ansonsten eher mehr als einfach; WCs sind sauber, aber ansonsten keine gute Infrastruktur
- Trechtingshausen (von Duisburg ca. 220 km – 3 h 22 min)
Campingplatz Marienort
SO 30.04.
- Es geht zeitig weiter (10 h)
- Stopp nach wenigen 100 Metern an der Tankstelle lässt Bernd den Schrecken in die Glieder schießen: das Portemonnaie ist nicht auffindbar und es festigt sich die Annahme: es ist zuhause!!!
- Also fahren wir wieder zurück, denn die Etappen in der Schweiz und in Italien ohne Personalausweis sind nicht zu empfehlen
- Wir sind gegen 13 h wieder am Casa Stolle angekommen und machen uns nach einem kurzen Toilettengang direkt wieder auf den Weg
- Kurz vor dem Ziel des Camping Main-Spessart bekommen wir telefonisch die Info, dass noch ausreichend Platz ist
- Gegen 17 h Uhr kommen wir an und bekommen einen schönen Platz, der allerdings sehr abschüssig ist; in gemeinsamer Aktion parken wir gut ein und verbringen noch eine gute Zeit in der Abendsonne
- Anschließend genießen wir leckere Nudeln im Restaurant auf dem Campingplatz und lassen den Abend mit einem Kommissar ausklingen
- Lengfurt (von Trechtingshausen ca. 160 km – 2 h 25 min)
- Camping Main-Spessart-Park
MO 01.05.
- Nach einem leckeren Frühstück mit Brötchen aus Duisburg vom Vortag machen wir uns wieder auf den Weg
- Nach einer völlig entspannten Fahrt treffen wir Karin und Frank auf dem Parkplatz Missionsmuseum in Bamberg-Bug, da wir noch nicht auf den Platz können; Einlass ist erst ab 13 Uhr, da erst die Abreisenden abgefertigt werden
- Wir bekommen einen tollen Platz (W9/W10) zwischen ein paar Dauercampern, die nicht da sind; wir richten uns häuslich ein und holen zum ersten Mal unseren Teppich raus und fahren die Markise aus; es ist gemütlich
- Wir genießen leckeren Kuchen aus dem Restaurant des Campingplatzes und bleiben eine Weile draußen bis es uns zu kalt wird
- Als Guido ankommt, bleiben alle eine Weile draußen, musizieren und ich wärme mich in unserem Bett auf 😉
- Guido kommt nach dem Einchecken in seiner Ferienwohnung mit dem Fahrrad zurück und wir gehen im Restaurant sehr lecker essen. Der Service ist sehr freundlich!
- Bamberg (von Lengfurt ca. 115 km – 1 h 41 min)
- Camping Insel
DI 02.05.
- Nach einem leckeren Frühstück mit frischen Brötchen stand erst einmal „Spülen und Hausputz“ auf dem Programm
- Die Sonne kommt raus, Karin, Frank und Bernd musizieren und ich schneide die passende Tischdecke zurecht; es ist herrlich in der Sonne zusammen zu sitzen
- Zur Kaffeezeit holen wir wieder den leckeren Kuchen aus der Campinginsel-Hoffmann-Küche und erwarten dann alle zur Kaffeezeit
- Nachmittags – ziemlich spät – kommen Antje und Sigi
- Abends gehen wir alle gemeinsam wieder in die Camping-Gastronomie
MI 03.05.
- Nach einem gemütlichen Frühstück steht um 11 Uhr die erste Probe auf dem Programm bis 13 h; danach ist erst einmal Pause
- Wir fahren nach Bamberg, gucken uns die Stadt ein wenig an, Essen im Schlenkala und kaufen ein für den gemeinsamen Grillabend (Einweihung für unseren Grill)
DO 04.05.
- Endlich ist es morgens warm genug für ein schönes idyllisches Frühstück an der Regnitz
- Um 11 h ist Probe und die erste Fangemeinde bildet sich – Liselotte und Rolf aus der Schweiz (Glogger, Hirschimattestrasse 1, CH 3714 Frutingen; r.l-glogger@bluewin.ch)
- In der Mittagszeit geht jeder seines Weges und Bernd und ich fahren noch einmal nach Bamberg auf einen Eiskaffee und zum Einkaufen
- Nach einer weiteren Probe um 17 h wird erneut gegrillt; dieses Mal ist es nicht so kalt
FR 05.05.
- Nach dem Frühstück geht es mit Franks WoMo zu Thomann, wo Sigi und Guido bereits „gefrühstückt“ auf uns warten
- Ein riesengroßer Laden, der sich über den ganzen Ort verteilt, aber wir starten im „Ursprungshaus“, wo der Verkauf untergebracht ist und sich über unzählige Anbauten verteilt
- Natürlich starten wir in der Gitarrenabteilung, die wir auch bis zu unserer Abreise nicht verlassen
- Wir starten mit der Bestellung des Line-6-GT50 und dann geht’s an’s Probieren
- Wir testen gemeinsam mit Karin und Frank diverse Gitarren, Ukulelen und weitere Seiteninstrumente
- Bernd bleibt bei zwei Gitarren von Taylor hängen, die er mir vorspielt – wie üblich, fällt meine Empfehlung auf die teuerste von beiden
- Die „Auserwählte“ wird nun noch Sigi, Guido, Frank und Karin präsentiert und ausschlaggebend für die Kaufentscheidung war die Session mit Klaus, mit dem wir gleich die eMails ausgetauscht haben und vielleicht gibt es mal ein musikalisches Wiedersehen
- Nach einem Mittagsimbiss in der Thomann-Kantine werden die Errungenschaften im Thomann-Lager abgeholt
- Auf der Rückfahrt wird noch ein Getränkemarkt „geplündert“ und wir bekommen von Sigi und Guido einen Wein geschenkt für die Lagerung der Musiksachen sowie der Grillherberge
- Zurück auf dem Platz räumen wir schon einmal alles zusammen und Bernd spielt zusammen mit Karin auf seiner neuen Gitarre
- Mit dem Rad geht es dann zum letzten gemeinsamen Abendessen im Bootshaus an der Regnitz – ungefähr auf der Hälfte zwischen Bamberg und der Campinginsel
SA 06.05.
- Nach dem Frühstück ertüchtigen wir das WoMo und los geht’s Richtung Lago Maggiore
- Wir kommen super durch und gucken uns im Ort Buchs/SG (kurz vor Chur) einen kleinen idyllischen Stellplatz aus, mitten im Ort an einem Weiher vor einer Burg
- Nach einem leckeren Abendimbiss direkt am Weiher sitzen wir noch ein wenig vor dem WoMo bis das Gewitter startet
- Ausklang wie immer mit einem Kommissar
- Buchs (von Bamberg ca. 380 km – 6 h 30 min)
- Camping Werdenberg
SO 07.05.
- Nach dem Frühstück starten wir gegen 10:30 h – leider zu spät, denn mitten durch den Ort führt ein Familien-Rad-Tag und die Hauptstraße ist gesperrt von 10 bis 17 Uhr – PANIK?, aber die nette Polizei gibt uns den Tipp, dass es an der Feuerwehr eine Kreuzungsmöglichkeit gibt und wir kommen doch raus – ENTSPANNUNG
- Das Navi führt uns von der A13 runter über Flims/Laax, da es wohl eine lange Wartezeit am St. Bernadino gibt; die Ausweich-Strecke ist mega!!!
- Nach einer kurzen Rast nach dem Lukmanierpass mit leckerem Kuchen und Cappucino geht es weiter Richtung Cannobio, wo wir gegen 15 Uhr ankommen – ein gigantischer Platz direkt am See, Stellplatz 2 mit direktem Seezugang und nah zum Sanitärhaus
- Gegen 18:15 h holt Eugénie uns zum Abendessen ab, zu dem uns Familie von Dürckheim zum Italiener in Cannobio eingeladen hat (es ist entweder 1: AD Pizza Vittorio oder 23: Lo Scalo – siehe Skizze)
- es wird ein sehr netter Abend mit vielen Themen – nicht nur Haniel 😉 … auch Musik und …
- Eugénie liefert uns wieder ab und wir vereinbaren 09:00 h am kommenden Morgen
- Cannobio (von Buchs ca. 200 km – 3 h 30 min)
- Camping Residence Campagna
MO 08.05.
- Pünktlich 9 Uhr starten wir Richtung Locarno, denn CvD möchte das Interview nicht in seinem Haus, sondern in seinem Atelier und Büro in der Innenstadt von Locarno führen
- Bernd erkundet mit dem Fahrrad den Ort Cannobio und schmiedet Erkundungspläne für den nächsten Tag
- Wiederum pünktlich um 10 Uhr starten wir mit dem Interview, das ich per iPhone aufzeichne, um es später mit dem Transkribieren einfacher zu haben.
- CvD ist gut vorbereitet auf meine vorher verschickten Fragen, wir vereinbaren die Spielregeln und starten
- Konzentriert auf unsere Themen (Eugénie und meine) sind wir um 12 Uhr fertig und CvD zeigt mir stolz seine Gitarrensammlung, die vom renomierten Künstler Fornasetti gestaltet ist und die er auch ab und an selbst spielt (am Vortag in Gegenwart von Bernd hat er sich nicht getraut das zu erwähnen 😉
- anschliessend gehen wir zu einem schnellen Lunch ein paar Schritte vom „Dürckheim-Haus“ entfernt und es gibt noch einen Einkauf bei dem Schweizer Schokoladier „Läderach“ und ein Eis im Gehen
- Eugénie setzt ihren Vater vor seinem Haus ab und mich anschließend vor dem Campingplatz
- Am kommenden Tag fliegen Frau und Herr von Dürckheim mit dem eigenen Flieger (!) zum Abschiednehmen zu ihrem Anwesen nach Mallorca (CvD wird es verkaufen), Eugénie zurück nach GB und wir planen einen netten Tag in Cannobio, das Bernd während meiner Abwesenheit erkundet hat
- Abends gibt es ein leckeres Abendessen beim Italiener auf dem Campingplatz und anschließend den traditionellen Kommissar
DI 09.05.
- Es regnet und der See ist kaum zu sehen, da es so diesig ist
- nach unserem Frühstück gedeihen die Pläne, dass wir schon abreisen, denn die Wetter-APP sagt nur Regen, Regen, Regen
- ein Blick in die „Platzbedingungen“ um kurz vor 11 Uhr sagen uns, dass man bis 11 Uhr den Platz räumen muss; ich gehe schnell zum Empfang und man erstattet uns den letzten Tag, so dass wir schnell zusammenpacken – alles ist nass – der Teppich, die Matte … egal … aber was viel schlimmer ist: die Satellitenantenne lässt sich nicht einfahren … Hinweise von anderen Campern werden uns zuteil: Schraube lösen und manuell einklappen … zur Werkstatt fahren, die nur ein paar 100 Meter entfernt ist …
- gesagt, getan, aber die erste Werkstatt hat seit 10 Minuten Pause bis 14 Uhr, die nächste Werkstatt sogar bis 14:30 Uhr
- Versuche telefonisch Ansprechpartner bei der Satellitenfirma zu erreichen landen auf dem Anrufbeantworter, also versuche ich es bei HymerB1: eine nette Dame sagt, dass Mittagspause ist, aber sie wird versuchen einen Kollegen zu finden
- Es ist nach 13 Uhr und immer noch kein Rückruf, also versuche ich es erneut: tatsächlich habe ich einen Werkstattkollegen am Telefon, der uns erklärt, dass die Anlage leider nicht manuell einklappbar ist und wir vier Schrauben lösen müssen, um sie vom Dach zu nehmen
- Bernd macht sich ans Werk und just in dem Moment ruft Herr Meisterjahn zurück, der einen seltsamen Tipp hat: einmal die Sicherung ziehen und wieder einstecken – das habe er schon häufiger gehabt, dass sich die Anlage einfach aufhängt … und tatsächlich funktioniert es nachdem wir mit Handyfotos die richtige Sicherung gefunden haben … die Antenne fährt ein
- Jetzt kann es nach einer ziemlichen Verspätung – fast 14 Uhr – endlich losgehen und genau zu diesem Zeitpunkt beginnt es stark zu regnen, was sich bis zu unserer nächsten Station auch nicht mehr ändern soll
- Eigentlich war der Plan, dass wir direkt hinter Basel in Deutschland einen Platz suchen, aber in Basel angekommen regnet es nicht nur, sondern wir stehen um 17:30 h im Stau … Feierabendverkehr und Baustellen
- gemeinsam haben wir den Gedanken: wir fahren zu Karin und Bernd; ein kurzes Telefonat mit Karin bestätigt unseren Plan mit einer Ankunft gegen 20 Uhr … allerdings haben wir den nicht enden wollenden Stau in Basel nicht einkalkuliert und so wird es immer später …
- Und dann müssen wir auch noch tanken, denn Bernd will kein Risiko mit Reserve und Liegenbleiben eingehen – also fahren wir gegen 21 h 40 km vor Murr von der Autobahn, um zu tanken, was grundsätzlich kein Problem gewesen wäre, aber Bernd konnte den Tankdeckel nicht mehr aufschrauben und bekam auch den Schlüssel nicht mehr aus dem Tankdeckel … ein freundlicher Schwabe beobachtete uns und hatte spontan auch keine Lösung; Bernd fragte den Mitarbeiter der Tankstelle, der aber auch nur den ADAC empfehlen konnte; Bernd suchte bereits seine Karte, um anzurufen, da nahm der freundliche Schwabe den Tankdeckel und drehte kräftig an allen Schellen u.ä. herum und hatte plötzlich den Schlüssel rausgezogen und wir konnten den Deckel wieder aufschrauben und verschließen
- PLAN FÜR DIE ZUKUNFT: aufschließen, Schlüssel abziehen und dann erst den Deckel abschrauben und immer den Reserveschlüssel dabei haben, denn wir hätten selbst mit provisorischem Verschließen des Tanks nicht fahren können, da der Schlüssel im Tankdeckel steckte 😉
- Endlich kamen wir dann mit großer Verspätung bei Karin und Bernd an; Karin hatte Maultaschen vorbereitet und natürlich gab es den obligatorischen Begrüßungssekt – es war ein netter Abend bis wir in unser WoMo krabbelten, das bei den Nachbarn Heckel auf dem Hof stand
- Murr (von Cannobio ca. 550 km – 9 h)
MI 10.05.
- Nach einem gemütlichen Frühstück um 09:30 h ging es gegen Mittag weiter Richtung Heimat
- Wir kamen gut durch und ich habe nun endlich auch einmal zwei Etappen von unserem WoMo übernommen – zu Bernds Zufriedenheit 😉
- Gegen 16 h sind wir wieder zuhause und räumen schon einmal die sperrigen Dinge aus bevor wir nach DIN fahren, um den Hymi abzustellen
- Nach einer ersten Saug-Reinigungsaktion und dem letzten Ausräumen geht es dann mit „China-Mann-Imbiss“ nach Hause
- Unsere erste Tour ist beendet und trotz der Widrigkeiten – die wir ja ganz gut mit dem notwendigen Quäntchen Glück gemeistert haben – blicken wir zufrieden auf unsere erste größere Tour zurück
- FAZIT: alles richtig gemacht – Hymi ist die richtige Wahl, unser Zusammenspiel passt perfekt und es ist unser Ding!
- Duisburg (von Murr ca. 400 km – 6 h)